Ανάγλυφο από τη Βελανιδέζα

Προβολή/ Άνοιγμα
Συγγραφέας
Παπαποστόλου, Ι. Α.Ημερομηνία
1967Γλώσσα
el
Εκδότης
Υπηρεσία Αρχαιοτήτων και Αναστηλώσεως
Λέξη-κλειδί
Βιβλιογραφικά στοιχεία
Αρχαιολογικόν Δελτίον, 1966, Τόμος 21, Μελέται/Μέρος Α’, 102-115.
Πρόσβαση
ελεύθερη
Τίτλος περιοδικού
Αρχαιολογικόν Δελτίον
Επιτομή
Das hier veroffentliche Relieffragment, das aus zwei Stucken, einem seit langem
bekannten und einem erst in den letzten Jahren zufallig ans Licht gekommenen,
zusammengesetzt ist (Nat. Mus. Nr. 88+4469) stammt aus Velanideza, dem alten
attischen Demos Fhygaie (Taf. 13a).
Es zeigt eine in Dreiviertelansicht sitzende, aller Wahrscheinlichkeit nach,
mannliche Figur. Sie ist nur mit einem Himation bekleidet, dessen Falten auf den
bedeckten Korperteilen wellenartig, auf den vom linken Arm herabhangenden
Teilen des Gewandes leicht geschwungen angegeben sind. Ihre Modellierung, bei
der Relieferhohungen und eingeritzte Linien nebeneinander verwendet werden,
gibt diesem Flachrelief eine besonders «plastisch-lineare» Erscheinung. Mit der
berecbneten Einordnung der Reliefebenen, der verschiedenen Modellierung der
Arme und dem Fehlen von harten (jbergangen, gewinnt der Kiinstler die Moglichkeit
einen vollplastischen Charakter diesem flachen Relief zu geben.
Die breiten wellenartigen Falten, ein, seines Herkunft nach ionisches Element,
hat Parallelen auf attischen Werken nach 510 v. Chr. wie z. B. dem kleinen Korentorso
von der Akropolis Nr. 584, den Figuren der alteren Pulopulos-Basis, so
wie auf Bildern des Euthymides (Taf. 43b κ. 46b). Die fortgeschrittene plastische
Auffassung der ganzen Figur und die Zierlichkeit der Einzelformen (in einer strengeren
Stufe noch gehalten) sprechen fur eine Datierung am Anfang des letzten Jahrzehntes
des 6. Jhds.
Ein Vergleich mit ahnlichen Formen auf gleichzeitigen ionischen Werken (Taf.
45b-d) macht die Verschiedenheit unseres Reliefs. Die Klarheit der Form, die deutliche
Durchfurung der Umrisse zeigen, dass es sich hier um ein attisches Werk
handelt.
Da unsere breite Stele in einer Gegend gefunden worden ist, wo ein archaischer
Friedhof lag, ist es sehr wahrscheinlich, sie als Grabstele anzusehen. Es ist sicher,
dass damals in Attika breite Grabstelen vorhanden waren, auf denen der Tote wahrscheinlich
sitzend dargestellt wurde. Das entspricht der in Attika nicht unbekannten
Auffassung der Heroisierung des Toten; man muss das Phanomen aber in Zusammenhang
mit dem beteutenden ionischen Beitrag zur Entstehung neuer Motive
auf Grabstelen der 2. Halfte des 6. Jhds. in Attika untersuchen. Es ist bemerkenswert
dass die Stele aus Anabyssos mit einer wahrscheinlich sitzenden Figur,
ionische Eigenart zeigt, wahrend die verschollene breite Stele der Lampito (die
Basis erhalten) von einem Samier aufgestellt wurde. Wenn man die wenigen ionischen
Grabstelen mit sitzenden Figuren aus der 2. Halfte des 6. Jhds. einzuzahlt,
stellt sich unverziiglich die Frage: Sind es Ionier, die in dieser Zeit ihre Grabstelen
am liebsten mit sitzenden Figuren geschmiickt haben?